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Ein Herren-Debakel im Kaffeehaus
11. Februar 2007

Sonntagmittag in einem Wiener Kaffeehaus in der Josefstadt. Zwei ältere Herren und eine alte Dame sitzen in der Nähe des Eingangs zum Fernsehraum, wo die Herrenabfahrt der Ski-WM übertragen wird. Der Kellner kommt durch die Tür und verkündet, dass Österreich diesmal keine Medaille geschafft hat. Ihm folgt ein älterer Herr, der ehemalige Lokalbesitzer, und ergänzt, dass es der beste Landsmann nur an die achte Stelle geschafft hat. Kurze enttäuschte Stille.

Dann beginnt einer der beiden Herren zu reden: “Frag die Leute, wer vor zwei Jahren den Titel geholt hat. Achtzig Prozent können sich sicher nicht mehr erinnern, wie der Goldmedaillengewinner hieß.” Der Kellner zischt erneut vorbei: “Der Bode Miller war alkoholisiert, das habe ich im Ö3-Wecker gehört – und hat trotzdem Platz sieben geschafft. Der Maier ist Dreizehnter.” Ein Fachkommentar von einem der beiden Herren lässt nicht lange auf sich warten, und bezieht sich auf Hermann Maiers Hauptsponsor: “Na die Raiffeisen zahlt halt auch nicht mehr so gut.” Der Kellner ist noch immer überrascht: “Achter Platz für Österreich.” Auch darauf wissen sich beide Herren einen Reim zu machen: “Naja, der Achte – so gut wie die Josefstadt.”

Das sportliche Gespräch geht auch an der alten Dame nebenan nicht vorbei. Sie erkundigt sich noch einmal aus erster Quelle beim Kellner, wie weit Österreich nun vorne sei.” Nachdem der Kellner ihr das mit dem achten Platz erklärt hat, will sie auch wissen, warum sie so schlecht abgeschnitten haben. Der Kellner: “Ja ich weiß nicht, gnädige Frau. Ist halt nicht so gelaufen wie es hätte sein sollen.” Nach einem Murren der Dame versucht der Kellner sie zu beruhigen: “Es gibt Schlimmeres.” Da hat er Recht. Eins will die Frau noch wissen. Und zwar wer denn dann den ersten Platz belegt hat. “Svindal” heißt er. Mit einem Kopfnicken wendet sie sich wieder ihrer Mittagsspeise zu.

Die beiden Herren haben die Skisaison auch abgeschlossen und erzählen sich Witze in folgender Kategorie: “Ein Gast bestellt jeden Tag beim Kellner zwei Achtel Rotwein. Fragt der Kellner, warum er denn immer zwei Gläser ordert. Der Gast erklärt, dass er einem Freund versprochen hat, solange er auf Reisen sei, würde er für ihn ein Glas mittrinken. Nach zwei Wochen bestellt der Gast plötzlich nur noch ein Glas. Der Kellner war schockiert und fragte, was denn los sei. Der Gast: ‚Ich habe aufgehört zu trinken.’”

Augenblick

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