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Namenlos
5. Juli 2007

Eingebettet in eine Landschaft großer Firmenhäuser und weitläufigen Landwirtschaftsflächen finden sich das Baustoffterminal, der Umschlagplatz von Getreide, sowie das Zollamt und die Brückenwaage des Wiener Hafens. Die Straßen rund um den Hafen Albern sind gut frequentiert. Jedes zwanzigste Vehikel ist ein Pkw, alle anderen Lkws – mit oder ohne Container beladen. 13-stöckige Getreidespeicher im düsteren Grusellook ragen in die Höhe. Nach einer Durchquerung des Betriebsgeländes findet sich hinter einem Damm versteckt eine Gedenkstätte der besonderen Art: Der Friedhof der Namenlosen. An dieser Stelle der Donau sammelte ein Wasserwirbel stets Äste und anderes Treibgut an Land. 1840 wurde die erste, unbekannte Wasserleiche beerdigt – über 500 Personen wurden aus dem Wasser geborgen und größtenteils namenlos beerdigt. Ein Teil des Friedhofs ist noch erhalten. Schwarze Kreuze erzählen mit kurzen Worten und keinen bis wenigen Fakten das zu erahnende Schicksal der Personen – unter ihnen auch Kinder, dessen Gräber heute noch mit Stofftieren und Spielzeugautos geschmückt werden. Unvergesslich, Unbekannt, Namenlos, Ruhe sanft, ertrunken durch fremde Hand. Bei vielen Gräbern oft nur das Funddatum. Still ist es nicht – der Lärm des angrenzenden Hafengeländes und der starke Wind prägen die Atmosphäre.


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Ein Kommentar zu “Namenlos”

 

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