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Eine Mauer gegen die Flut
8. August 2007

An zwei Sommertage des neuen Jahrhunderts können sich viele Österreicher ganz genau erinnern. Wo sie waren, was sie getan und im Anschluss daran erlebt haben. 11. September 2001 ist wohl jedem ein Begriff geblieben. Knapp ein Jahr später gab es einen heimischen Katastrophenfall. Ja genau, im August 2002. Das Hochwasser in Österreich. Keller wurden überflutet, Stadtteile dem Erdboden gleich gemacht, Flüsse traten an Stellen über die Ufer, wo niemand damit gerechnet hat bzw. damit nicht rechnen wollte.

Mauerbau in Linz

Fünf Jahre später ist Linz hochwasserfest. Zumindest der Teil Alt-Urfahr an der Donau. Dieser Tage probte die Stadt den Ernstfall und errichtete eine fast vier Meter hohe Wand entlang des Flusses. Beinahe über Nacht wurde sie errichtet – nicht nur die Wand, sondern auch die uninformierte und plötzliche Errichtung dessen, ließ für manche Menschen eine Ähnlichkeit mit dem damaligen Mauerbau in Berlin hochkommen.

Test für den Ernstfall

Ein Passant, der sich das Werk genau so detailiert ansah wie ich, versicherte mir aber, dass die Mauer übermorgen schon wieder abgebaut sein wird. Zum ersten Mal wurde versucht, alle Teile zusammenzubauen. Was natürlich im Fall der nächsten Jahrhundertflut gut zu wissen wäre, ist die Dauer, wie schnell sie errichtet werden kann – und ob überhaupt alle Teile da sind.

Vorbildwirkung

Der Passant freut sich, mir darüber berichten zu können, dass auch die Niederösterreicher in der Wachau so einen Hochwasserschutz planen. Mit dem Abschlusssatz, dass sich Linz viel Geld hätte sparen können, wenn sie das vor dem Hochwasser 2002 errichtet hätten und dass in den nächsten Jahrzehnten sicher keine Jahrhundertflut mehr kommen werde, verabschiedete sich der Mann und verschwand hinter der Mauer.

Augenblick

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