“In dieser Hinsicht war es sehr amerikanisch – papp es zusammen und rauf damit.” Ein Typograph aus New York City beschreibt den Umstand, wie sich die Schriftart “Highway Gothic” auf den amerikanischen Verkehrsschildern damals durchsetzen konnte. Über ein halbes Jahrhundert später wird sie nun ausgetauscht. Die Schrift ist zu unleserlich. Das Weiß explodiert Seit 2004 ist es den zuständigen Behörden der Bundesstaaten freigestellt, die neue Schriftart einzusetzen. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wird sie jedoch Schritt für Schritt das amerikanische Straßenbild verändern. Schon in den 90er Jahren beschäftigte sich ein Team, um das große Problem der “Highway Gothic” zu lösen. Sie wirft bei Nacht, wenn die Autoscheinwerfer auf das reflektierende Material treffen, einen irritierenden, leuchtenden Buchstabensalat zurück. “Wenn das Weiß getroffen wird, explodiert es”, weiß der Designer der neuen Schriftart in der New York Times zu berichten. Klare Sicht für neue Schilder “Clearview” heißt die neue Schriftart, die speziell für den Einsatz auf Verkehrsschildern entwickelt wurde. Im Gegensatz zum Vorgänger wurde sie strengen Tests unterzogen und Buchstabe für Buchstabe fein geschliffen. Die USA blickte anfangs nach Europa, sah sich die britische “British Transport” an, die französische “Univers” der Pariser U-Bahn und die “DIN 1451″, die Norm der Straßenschilder Deutschlands. Die Lösung fand sich dann doch eher in einer Neuerschaffung bzw. einer “leichten” Veränderung der alten. Die Zeichen und Schilder einfach um 20 Prozent größer zu machen, war nicht nur aus Kostengründen keine Alternative. Und Großbuchstaben machen das Lesen auch nicht besser. Lieben Firmen Verkehrsschildschriftarten? Die “Corporate Identity” der USA wird sich ändern, das ist fix. Auf den Trend aufgesprungen ist auch schon der amerikanische Telekommunikationsriese AT&T – dem Redesign des Logos wurde auch gleich ein Schriftzug mit “Clearview” verpasst. Österreichische Firmen werden sich aber hüten, ihren Firmenwortlaut in “Engschrift Austria” zu verwandeln – so heißt nämlich die von der deutschen DIN 1451 abgewandelte offizielle Schriftart unserer staatlichen Verkehrsschilder.

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