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12. Oktober 2007
Countdown zur EXPO 2010

“Bessere Stadt, besseres Leben”, lautet der Slogan der im Jahr 2010 stattfindenden EXPO in der chinesischen Metropole Shanghai. Die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking haben noch gar nicht begonnen, schon ist China intensiv mit dem Errichten des Expo-Geländes in Shanghai beschäftigt. Fünf verschiedene Zonen sollen es werden, die sich an beiden Seiten des Huangpu-Flusses erstrecken – inmitten des Zentrums der Millionenstadt. Mehr als 200 Länder und internationale Organisationen haben ihre Teilnahme bereits zugesagt und werden in den nächsten drei Jahren ihre Pavillons auf dem Gelände errichten. Auch Österreich wird dabei sein.

Bei der Besichtigung des Geländes deutet ein Mitarbeiter der “EXPO 2010″ kilometerweit hinter die Brücke. Dort, in der Zone C, wird der österreichische Pavillon stehen. Noch benötigt man viel Fantasie, um sich das fertige EXPO-Gelände vorstellen zu können. Während die Riesenbaustelle, die laut offiziellen Angaben etwa 2,9 Milliarden Euro verschlingen wird, noch ganz klar nach eintöniger Riesenbaustelle aussieht, schweben in der farbenreichen Computeranimation die Kameras über die Stadt der Zukunft. Ein Kleinkind, das jetzt schon geboren sein müsste, freut sich mit einem EXPO-T-Shirt bekleidet im Werbefilm lachend über die Eröffnung.

Im Logo sind drei Personen zu erkennen, die sich die Hand halten. Eine typische chinesische Ein-Kind-Familie würde man jetzt denken, doch das Zeichen kann auch als chinesisches Zeichen gesehen werden, was so viel heißt wie “Welt.” Über 70 Millionen Besucher werden erwartet, wobei die meisten aus China selbst anreisen werden. Etwa 16 Euro soll der Eintritt kosten, Privatautos rund um das Gelände werden verboten und nur die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt. Auch die Strecke des Transrapids soll dann bis zum Gelände reichen. “China needs the EXPO – and the EXPO needs China”, spricht ein Mann mit musikalischer Untermalung im Werbefilm, nachdem das Problem im Presseraum mit dem Notebook, das die DVD nicht starten wollte, gelöst worden ist.

Andere Probleme wie das Entfernen einer Eisenfabrik am Gelände, das Verlegen der Schiffsbauanlage mit 100-jähriger Geschichte am Ufer des Flusses auf eine Insel, und das Umrüsten eines Kohlekraftwerkes in eine Halle sind und werden bereits gelöst. Über die Nutzung des Grundstücks nach 2010 habe man sich auch schon Gedanken gemacht, heißt es. Die errichteten Hallen und Säle sollen Shanghai auch weiterhin als Konferenzstadt dienlich sein: “Wie man dies konkret optimal ausnutzt, wird man nach der EXPO sehen.” China erwartet sich jedoch viel. Ist es doch ein zweites Event nach der Olympiade, um die eigene Öffnung zur Welt zeigen zu können. In einem aktuellen Prospekt über die EXPO 2010 wird erklärt, dass auch Johann Strauss’ Meisterwerk “An der schönen blauen Donau” erst nach der Aufführung auf der EXPO in Wien im Jahre 1873 erst richtig bekannt wurde. Wir werden sehen, wie es China am schönen blauen Huangpu dabei ergehen wird.

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