Yin und Yang – ein Zeichen, bekannt von Peking bis nach Mistelbach. Eine Hälfte hell, die andere dunkel. Gegensätzlicher geht es gar nicht mehr. Im Westen steht die Farbe Weiß für Reinheit, Schwarz wird meist bei traurigen Anlässen getragen. Ganz konträr ist es, das ist wohl auch schon den meisten bekannt, in China. Hier ist Weiß die Farbe von Trauer. Soweit, so gut. Dass sich das aber auch auf Sonnencreme umrechnen lässt, war mir bisher neu. Am Beispiel von Nivea lässt sich das gut darstellen. Wer auf der internationalen Homepage dieses Herstellers “Europa” auswählt, gelangt zu Bräunungscremes. Wer auf “Asien” klickt, dem werden Cremes empfohlen, die die Haut noch heller machen. Austauschstudenten aus Europa schreiben in ihren Blogs schockiert darüber, dass sie zuhause in jedem Laden um die Ecke Bräunungscreme bekommen hätten und nun in China nur mehr Bleichmittel in die Hände bekommen. Bei Sonnenschein sollen viele der Chinesen sogar Sonnenschirme tragen, um nicht Farbe abzubekommen. Das kann ich leider nicht bestätigen – während meiner Reise trugen die meisten Regenschirme. Egal, ob die Personen aus Asien oder Europa kamen. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich der Trend in China diesbezüglich entwickelt in den nächsten Jahrzehnten. Die Fernsehwerbungen werden auf jeden Fall schon einheitlicher, indem auch ab und zu Langnasen vorkommen, oder auch Gesichter, denen man ihre Herkunft auf den ersten Blick nicht so leicht ansehen kann. Ein Handy in China schaut aus wie ein Handy in Europa – das haben mir zwei Werbemodels auf der Einkaufsstraße in Shanghai bewiesen. Ein Handy klingelt in der Verbotenen Stadt auch so wie im Billa in Linz – beides selbst gehört. Auf den Straßen der chinesischen Hauptstadt fahren mindestens, wenn nicht sogar mehr, VWs auf der Straße als in Berlin. Ist das Globalisierung? Und für die Philosophen unter uns: Gibt es bald nur mehr eins von beiden? Yin oder Yang?

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