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Zurück nach Indien
3. November 2007

Er kannte beinahe jeden in Wien-Währing. Durch seinen Job als Zeitungsverkäufer stand er von sechs Uhr Früh bis Mittag von Montag bis Samstag immer vor der Eingangstür eines Supermarktes. Bei Regen, bei Schnee, bei den unangenehmsten Wetterbedingungen und Temperaturen. Nur ein paar Tage im Jahr hatte er sich vertreten lassen. Viel Urlaub schien er sich nicht zu nehmen. Er war beliebt unter den Leuten – es kam beinahe immer vor, dass er mit jemandem plauderte oder jemanden grüßte. Mich grüßte er auch ganz freundlich, jeden Tag, obwohl ich keine Zeitung von ihm kaufte. Manchmal sprach auch ich mit ihm. Er erzählte mir über sein wöchentliches Hockey-Spiel am Sonntag mit seinen Freunden. Meist vor Feiertagen und langen Wochenenden wünschte er mir schöne freie Tage. Im Bus begegnete ich ihm, und in der U-Bahn – natürlich nicht vormittags, da musste er in seiner gelben Jacke arbeiten.

Eines Tages ließ er sich wieder von einem anderen vertreten. Eine Woche, zwei Wochen, ein Monat, zwei Monate. Er kam nicht mehr. Sein Nachfolger wusste Bescheid: Sein Asylantrag wurde von der Republik Österreich abgelehnt. Er musste zurück nach Indien. Sieben Jahre lebte er hier, fand viele Freunde und war im Leben der Menschen hier in Wien-Währing integriert. Nun ist er weg. Sein Nachfolger war einer seiner Freunde. Er werde es wieder versuchen, nach Österreich zu kommen. “Doch das wird dauern”, so sein Freund.

Augenblick

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