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Ballspiele im Jänner
31. Januar 2008

He, muss das sein? Ein gestresster Arbeiter vor dem Eingang zur Wiener Staatsoper lässt seiner Kritik freien Lauf, als eine Radfahrerin quer über den gerade frisch getackerten roten Teppich braust. Ihrer Gestik zufolge hat sie kein Verständnis darüber, einen roten Teppich quer über den Radfahrweg an der Ringstraße zu legen. Ein anderer Arbeiter greift sich auf die Stirn als sie protestierend ein Absperrungsband am anderen Ende der Baustelle überfährt.

Weitere, kleinere Konflikte überschatten die Vorbereitungen zu Mittag. Eine ältere Frau versucht an der Oper vorbeizukommen, doch zwei Straßenbahnen kommen ihr entgegen. Der Gehsteig ist unpassierbar, Fußgänger müssen auf die Straßenbahnschienen ausweichen. Beide sind voller Überzeugung das Richtige zu tun und rücken einander ohne Abweichungen zu. Ein Polizist behält die Situation im Auge. Schließlich siegt doch die Maschine, der Mensch weicht aus.

Ein Hingucker ist es schon, das rote Entree vor der Staatsoper. Die österreichische Presse sprach zwar von einem Zelt, doch es wurde schließlich ein Kasten in Form eines roten, eckigen Mundes, der auf seinem roten Teppich zungen(brecher)haft die Gastgeberin Desiree Treichl-Stürgkh und prominente Gäste wie Dita Von Teese am Abend in seinen Rachen kullern lässt. Es kann sich aber auch um ein Fußballtor handeln – schließlich tanzt am Abend auch eine grasgrüne Frau mit einem Fußball am Kopf am Parkett der Oper. Das wird wohl nicht der einzige Event in Österreich bleiben, der eine Brücke zur kommenden Fußball-EM schlagen wird. Im Sommer werden wir uns hoffentlich nicht wie der Arbeiter, der mittlerweile wieder am Boden kniet und fleißig tackert, auf die Stirn greifen und sagen: He, muss das sein?

Rückblick

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