Traumpfad geschlossen. Diese bitteren Worte versperren den Weg über die Eislaufbahn am Wiener Rathausplatz. Das dahinter liegende Eis schmilzt in der Sonne vor sich hin. Es ist der letzte Tag an dem der “Wiener Eistraum”, ein Eislaufplatz im Zentrum der Bundeshauptstadt, geöffnet hat. Morgen ist es vorbei mit dem Eislaufen. Da kann die Musik von Radio Wien noch so fröhlich den Platz beschallen, da kann der Moderator durchs Mikrofon zu noch heiteren Spielen mit Sagern wie “jetzt wechseln wir alle die Richtung” aufrufen.

Tatsache ist, der Event-Winter der Stadt neigt sich dem Ende zu. Schlittschuhe werden zurückgebracht, die auf Sonnenbänken wartenden Eltern blicken auf die Uhr, Kinder ziehen ihre letzten Runden durch den Wiener Rathauspark – vorbei an Springbrunnen und Denkmälern von Komponisten und Politikern mit eisernen Grimassen. In der Innenstadt tummeln sich an diesem Sonntag zahlreiche Touristen und Einheimische. Jugendliche versuchen sich bei coolen 12 Grad mit T-Shirts, Familien flanieren mit einem Eis in der Hand durch die Straßen, die Oberschicht sitzt in dicken Baumwolljacken im Schatten eines Szenecafes, während das offene BMW-Cabrio gleich um die Ecke parkt.

Die Italiener importieren als Touristen sowie als Eisverkäufer ein südliches Flair in die Stadt. “Pronto” tönt es aus dem Handy, “Mille grazie” aus dem italienischen Eissalon, der erst wenige Tage nach der Winterpause wieder geöffnet hat und Anfang März schon wegen der langen Warteschlagen von weitem zu sehen ist. Die einen machen zu, die anderen auf. Nicht traurig sein, für Kälte bleibt gesorgt. Außerdem öffnet der Traumpfad sicher nächstes Jahr wieder.
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Teilen: Link, Twitter, Facebook, Google+, mailen
Schreibe einen Kommentar!