him.at
Bank Austria, Amen
31. März 2008

Ein Nachmittag am Stephansplatz, am letzten Tag im März 2008. Ein paar Dutzend Menschen versammeln sich vor einer schnell aufgestellten Bühne mit Scheinwerfern, Großbildleinwand und Mikrofonständern. Es ist kein einziger Schriftzug oder Hinweis zu erkennen, lediglich ein paar Fotografen und Kameraleute deuten an, dass sich bei diesem Medientermin demnächst etwas ereignen wird. Die Protagonisten dieses Spektakels treten auf die Bühne.

Ö3-Radio-Moderator Peter L. Eppinger, Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel, Dompfarrer des Stephansdoms Anton Faber und Bank-Austria-Vorstandsvorsitzender Erich Hampel. Radio Stephansdom übernimmt Ö3? Der erste Bezirk wird von der italienischen Holding UniCredit Group aufgekauft? Klarheit kommt schließlich durch die Enthüllung… des neuen Bank-Austria-Logos.

Wie sich herausstellt, befinden sich hauptsächlich Bank-Austria-Mitarbeiter unter den Menschen vor der Bühne – sie halten schließlich auch weiße und rote Tafeln in die Höhe, um für die am Haas-Haus positionierten Fotografen das neue Logo zu bilden. Doch zuvor wird das Logo feierlich präsentiert.

Dass der Bankchef sein neues Erkennungszeichen in erfolgsversprechende Worte hüllt, ist nicht wirklich außergewöhnlich. Seltsam scheint jedoch der religiöse Bezug, der mit der Segnung des Logos durch den Dompfarrer gekennzeichnet ist. Er habe noch nie ein Logo gesegnet, muss er nach einer Frage des Moderators zugeben. Alle, auch die Bezirksvorsteherin, machen nach dieser christlichen Zeremonie ein Kreuzzeichen. Sogar Kirchenglocken sind in der Innenstadt Wiens zu hören.

Religion und Wirtschaft – eine neue, und doch auch wieder sehr, sehr alte Kombination, wenn man einige Jahrhunderte in der italienischen Geschichte zurückblättert.

Rückblick

Teilen: Link, Twitter, Facebook, Google+, mailen

 

Schreibe einen Kommentar!