Schweden ist ein Land mit einer langen Tradition an Solidarität für schutzlose Gruppen. Schweden assoziiert sich ebenfalls mit Ländern, die grundlegende Menschenrechte respektieren. Das sind die einleitenden Worte auf der Website der Initiative “Rätt till vård”, Recht für Pflege.

Schon seit einigen Monaten wird in Schweden über das Problem diskutiert, dass Migranten ohne Dokumente selbst für Arztbesuche und sogar Notfälle finanziell komplett aufkommen müssen. Für diese Gruppe an Menschen bleibt das schwedische öffentliche Gesundheitssystem verschlossen. Es wird ihnen zwar geholfen, doch erhalten sie dafür eine komplette Rechnung für die medizinische Hilfe vorgesetzt, die sie meist nicht bezahlen können.

Die Plattform für Internationale Kooperation zu undokumentierten Migranten sieht die aktuelle Lage in Schweden so: “Undocumented migrants constitute one of the most vulnerable groups in Sweden and failure by the Swedish government to recognize their presence and their very basic health needs contributes largely to their stigmatization and discrimination.”

Zahlreiche Proteste wie dieser hier in Stockholm sollen auf dieses Problem aufmerksam machen. Medizinstudenten und Pflegearbeiter gingen dazu für die Papierlosen, die “Papperslösa”, wie sie mittlerweile genannt werden, in zahlreichen schwedischen Städten auf die Straßen. Mit Transparenten “Vård för alla”, “Sweden does not practice what it preaches” und “Vård är en mänselig rättighet” schafften es die Proteste am 5. April 2008 in einige Zeitungen. Etwa 200 Personen fanden sich zur Kundgebung am Sergels Torg in Stockholm ein.
Wie die Angelegenheit weiter geht, ist noch unbekannt.
http://www.vardforpapperslosa.se/
http://www.picum.org/
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