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Der größte Lebensmittelpalast Finnlands
26. April 2008

Je weiter eine Reise in den Norden Finnlands geht, desto weniger Optionen stehen zur Verfügung – seien es Straßen, Unterkünfte oder auch Lebensmittelgeschäfte. Tuuri, ein 500-Seelen-Dorf, hat Glück. Der Ort trägt nicht nur das finnische Wort für “Glück”, dort steht nämlich seit Mai 2005 auch das angeblich größte Lebensmittelgeschäft Finnlands – mit über 7.000 Quadratmeter Verkaufsfläche und etwa 25.000 verschiedenen Artikeln. Wer hierher kommt, hat Auswahl.

Wer hierher kommt, hatte aber auch schon eine weite Reise hinter sich. Dass die Website des Shoppingpalasts in Finnisch, Englisch und Russisch verfügbar ist, zeigt, dass hier nicht nur die 500 Einheimischen gerne einkaufen. Von Helsinki nach Tuuri sind es etwas mehr als 300 Kilometer, von Tuuri bis nach Rovaniemi zum nördlichen Polarkreis sind es immerhin noch weitere 500 Kilometer. Zur russischen Grenze sind es von hier aus über 450 Kilometer nach Osten. Ein Tagesausflug zum Shoppingcenter? Aber klar, schließlich befinden sich über den Einkaufsräumlichkeiten 35 Doppelbett-Hotelzimmer und einige Suiten mit bis zu 107 Quadratmetern.

Wer schnell auf das Gebäude blickt, fühlt sich architektonisch eher in einem arabischen Staat zuhause, doch der Schein des hellgelb und weiß verzierten Palastes trügt. Spätestens die Temperaturen sollten den Kunden bewusst machen, dass sie sich noch immer in Finnland aufhalten. Dank der großen Türme ist der Eingang leicht zu finden. Vorbei an dicken, großen Marmorsäulen und schon befindet man sich in einer riesigen Lagerhalle voller Lebensmittel. Obwohl, es gibt auch unverdauliche Produkte zu erwerben – wie beispielsweise Plastikhunde, die ein Tervetuloa-Schildchen in ihren Mäulern halten. Herzlich willkommen!

Wer sich schließlich dann doch etwas zu essen kaufen möchte, der sollte den Lageplan schon etwas auswendig wissen. Damit sich der lange Weg hierher auch auszahlt, sollte mit der einzukaufenden Menge nicht gespart werden. Da die Lebensmittel sowieso von Gabelstaplern geschlichtet wurden, könnten diese auch gleich mit Gabelstaplern abgeholt werden (zumindest macht das Shopdesign einen derartigen Eindruck).

Viel kaufe ich nicht. Allein die Auswahl am Lakritze-Regal macht mir Angst und Bange. Zum Glück finde ich noch die Keks-Abteilung. Diese schwarze, süße Masse schmeckt mir nicht so wie den Finnen. Schnell zur Kassa, schon bezahlt, vorbei am Hoteleingang hinaus auf den riesigen Parkplatz zum Auto. Mit dem Wissen, nie wieder hierherzukommen, steige ich ein und sehe das große Hufeisen an mir vorüberziehen. Das Angebot mag zwar quantitativ enorm sein, das Gebäude exklusiv, aber ich bin mit normalen Lebensmittelmärkten auch sehr zufrieden. Und Übernachten muss ich jetzt auch nicht unbedingt über der Wurstabteilung, denn das tu ich schon in meiner Wohnung in Wien ;-)

http://www.tuuri.fi/

Europareise Fotos

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