Am zweiten Werktag der Wiener Fanzone am Ring sind die Wirte verstimmt. Man habe viel mehr Ansturm erwartet und mache nun ein Verlustgeschäft. Fünf verkaufte Bier von 9 Uhr Früh bis 14 Uhr pro Imbissstand seien keine Seltenheit in der größten Fanzone Österreichs. Auf die Frage, wie denn das Geschäft so laufe, antwortet eine Verkäuferin:
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“Schlecht, zu wenig los, es ist kein Programm. Es sollte viel mehr gemacht werden, finde ich. Es sollte ein Programm sein, ansonsten gehen die Leute nur einmal hin und zurück, das war’s. Es ist zu ruhig. Sonntag war viel los, da haben sie uns niedergerannt, aber jetzt unter der Woche – schätze ich – wird nicht mehr viel mehr los sein. Unter der Woche gehen die Leute arbeiten, wahrscheinlich kommen sie erst am Abend, wenn sie kommen. Unter tags ist sehr wenig los.”
Drei Stände weiter die nächsten verzweifelten Verkäufer:
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“Wie läuft es? Sehr schleppend. *lacht* Wirklich, es ist nicht die Menge da, die versprochen wurde bzw. vorher in den Medien war. 15 Uhr ist die ruhigste Zeit. Bis 15 Uhr gibt’s keine Kunden. Wir haben bis jetzt vielleicht fünf Bier verkauft, von 9 Uhr in der Früh bis jetzt. Sonntag war der stärkste Tag. [...] Wenn Österreich spielt, haben wir viele Kunden gehabt. Wenn Österreich nicht spielt, schau es dir an, haben wir keine. [...] Am Heldenplatz hätte ein Eingang sein sollen und da gibt es jetzt keinen Eingang. Da ist nichts los, da gehen die Leute vielleicht nur vorbei, aber sonst nichts. Das ist ein Wahnsinn. [...] Jetzt müssen Sie rechnen, 40.000 pro Stand Miete. [...] Kroatien-Österreich war der beste Tag. Die sollten jeden Tag spielen. Wir erhoffen uns heute von den Russen und Griechen etwas. Vielleicht ist da wieder ein bißchen mehr…”
Eine weitere Verkäufern, wieder drei Stände weiter, gibt sich zuversichtlich:
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“Die Österreicher sind immer optimistisch. Schauen wir mal, wie es wird. Ich habe in der Zeitung auch schon gelesen, ganz groß: ‘Viel Aufwand für nichts’. Also, was sollen noch die Betreiber darüber denken, weil das kostet ja nicht wenig. *TOR! 1:0 für Österreich* Wir sind optimistisch und schauen einmal, es wird schon, es wird schon werden.”
Und ein letzter Wirt in der Fanzone, ob er sich denn mehr erwartet hätte:
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“Erwartet? Ja, schon. Erwartet eigentlich schon. Sie haben alles zu hoch angesetzt. Millionär wird da keiner. Hoffen wir, dass es besser wird. Ich wünsche es jeden. Sie haben einfach zu viele Geschäfte auf einmal hineingelassen. Es verdient eigentlich nur die Stadt Wien daran, und die UEFA. Die, die das betreiben, verdienen sicher nichts. Ich glaube es nicht. Wenn einer ein bißchen rechnen kann… Es ist eine ganz einfache und logische Rechnung. Was kosten die Stände, was kosten die ganzen Dinge, was kostet das Personal, was kostet das… Am Tag benötigt man gewisse Umsätze, dass man auf einem Plus kommt. Das glaube ich nicht, dass das einer schafft hier. Nicht einmal der Bierstand alleine da vorne. Sie haben sich zu viel erwartet. Wenn wir ehrlich sind, das ist meine persönliche Meinung, wenn ich fürs Bier mehr zahle als auf dem Oktoberfest in München, finde ich das eine Frechheit. Ich kaufe mir sicher nicht ein Bier um 4,50 Euro, wenn ich fast eine halbe Palette dafür bekomme und zuhause gemütlich vor dem Fernseher sitze. So denken eigentlich viele. Da verdient man nicht mehr bei den Leuten, sondern eher weniger. Es wird alles teurer. Wer kann zufrieden sein? Der Häupl kann zufrieden sein mit seinem Gehalt und der Gusenbauer wahrscheinlich auch, aber ein normaler Arbeiter oder ein normaler Angestellter ist sicher nicht zufrieden.”
Die Bilanz am Ende des Monats wird zeigen, ob die Wirte in der Fanzone Millionäre geworden sind oder nicht.
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