Ein schöner Donnerstag beginnt mit einer Portion Martenstein. Der Journalist hat Augen und Ohren wie ein Luchs, wenn er über aktuelle Phänomene des Alltags berichtet, manch ungewöhnliche Vergleiche zieht und brilliante Analysen der Gesellschaft liefert. Jeden Donnerstag erscheint eine Kolumne von Harald Martenstein im “Zeit Magazin“, ab und zu gibt es sogar ein Videoblog auf WatchBerlin des in Berlin-Kreuzberg lebenden Autors. Ich kann mich jedoch einfach nicht sattlesen.

Sein Buch “Vom Leben gezeichnet. Tagebuch eines Endverbrauchers” stillt den Hunger nicht, obwohl es so kalorienreich ist wie eine riesige Scheibe Bauchspeck. Martenstein kümmert sich in seinem Buch um facettenreiche Bereiche des Lebens. Es geht um Pannenhelfer von Automobilklubs, Dresscodes und Hornknöpfe, über die Herausforderungen des Kolumnenschreibens, über Nostalgiehandys, Harry Potter und Orgasmusforschung. Wer bei diesen Themen noch immer kein Interesse hat, dem sei gesagt, dass es noch weitere Texte über Dosenpfand, Ärzte, Gewichtsprobleme und Wochenendhäuser gibt. Ansonsten lohnt es sich auf jeden Fall, in das Buch nur wegen der gekonnten Ausdrucksweise Martensteins zu schmökern. Sommerlektüre pur – und nicht nur für den Donnerstag.
Martenstein, Harald (2006): Vom Leben gezeichnet. Tagebuch eines Endverbrauchers, Piper: München, Zürich.
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