Eine Wien-Durchquerung von Ost nach West bringt einem den Wiener Alltag näher als so manche Fernsehdokumentation. Beginnend im 22. Wiener Gemeindebezirk, in Donaustadt, scheint Wien nur ein an Hauptstraßen orientiertes Dorf zu sein. Die Menschen auf der Straße scheinen sich zu kennen. Ein kleines Cafe, eine kleine Kirche, ein Friseur, eine Videothek, Gewächshäuser. Keine Spur von Großstadt in dieser flachen Gegend. Nach der Überquerung der Autobahn ist Wasserskifahren angesagt, denn hier an der Donau wurde ein eigener Wasserskilift für die Stadtbewohner errichtet. Die daneben liegende Bar und die jungen Gäste vermitteln das Gefühl, in Mallorca mit einem Bacardi an einem Strand zu sitzen. Richtung Reichsbrücke versuchen sich einige Wiener den Sommer zuhause mit zahlreichem Sonnenbaden zu versüßen. Mexikanische, griechische und weitere Lokale bringen an der “Copa Kagrana” den Urlaub trotz naheliegender Hochhäuser nach Hause. Auf der Donauinsel selbst geht es werktags gemütlich zu. Radfahrer, Familien und andere Spaziergänger weichen einander aus. Wieder am Festland erreichen wir den 20. Bezirk, die Brigittenau, und wandern weiter nach Döbling. So schnell die dicht bebaute Stadt erreicht war, so schnell sind wir auch wieder draußen. Es geht bergauf, vorbei an noblen und teuren Häusern, Luxusvillen, Heurigen und Schrebergärten. Ein “Schutzhaus” bietet einen erholsamen Blick über die bewaldeten Hügel. Der Westen Wiens ist erreicht – rund 25 Kilometer haben wir hinter uns gelassen.
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