Ein kühler Septembertag, Menschen versammeln sich und eine Jazz-Band spielt auf. Eine gemütliche Stimmung macht sich an diesem Vormittag am Victor-Adler-Markt in Wien breit. Dann jedoch Ansprachen von Lokalpolitikern bis hin zu Werner Faymann - dem Spitzenkandidaten der SPÖ. Es ist Wahlkampf - und nach der Rede folgt ein Bad in der Menge. Das bleibt jedoch nicht mit Folgen. | mehr...
Autogrammkarten hatte Werner Faymann genug dabei. Der Spitzenkandidat der SPÖ besuchte zehn Tage vor der Nationalratswahl 2008 eine Wahlveranstaltung in Wien-Favoriten. Nach einer kurzen Ansprache inkl. Jazzmusik brauchte es etwa eine halbe Stunde bis Faymann 30 Meter weiter zum Obsthändler kam. Ein dichtes Gedränge um seine Person war die Ursache. Manche wollte nur seine heißbegehrte Unterschrift mit Widmung, andere versuchten mit dem Politiker ins Gespräch zu kommen. Es war ein glattes Heimspiel, und Faymann schrieb seinen Fans: "Alles Liebe, Dein Werner Faymann." | mehr...
Blaue Regenschirme, blaue Luftballons, blaue Regenmäntel. Beraubte Pensionisten, die Schwächsten der Schwachen und antragablehnende Regierungsparteien. Inszenatorisch und rhetorisch versucht der FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache bei seiner Ansprache am Reumannplatz in Wien-Favoriten in sämtliche Trickkisten zu greifen. | mehr...
Ballone, Ballone, Ballone! Der örtliche Wahlkampfleiter der FPÖ rückte gerade noch einmal rechtzeitig die Kulisse zurecht. Montagnachmittag am Reumannplatz in Wien-Favoriten. Frontmann "HC" Strache stieg viel zu weit entfernt von seiner "Speakers Corner" aus dem Auto und musste von seinen Wahlkampfhelfern schnellstmöglich umzingelt werden. Eine Passantin wurde mit einem Handschlag überrascht. Das Wetter meinte es gar nicht gut, so blieb für die Bürger am Würstelstand nur eine Minute Zeit. | mehr...
Die große Uhr im Wiener Westbahnhof tickt nicht mehr richtig. Die Zeiger sind am Montag, dem 15. September 2008, bei 9.41 Uhr endgültig stehen geblieben.Die große Halle, von dem aus alle Fernreisezüge in den Westen Europas starteten, ist am Tag menschenleer. Zur Eröffnung 1952 noch als hervorragender Neubau gelobt, wurde das Gebäude 56 Jahre später ohne Proteste geschlossen und wird in Kürze abgerissen werden. Ein Shoppingcenter mit Bahnanschluss, wie hinter vorgehaltener Hand kritisiert wird, soll in drei Jahren hier entstehen. | mehr...
Anlässlich des Erntedankfestes 2008 am Wiener Heldenplatz nahm der österreichische Landwirtschaftsminister Josef Pröll mit Dank das Dirigieren eines altbekannten Blasmusikstücks in seine Hände. Nicht immer bzw. fast nie blickten dabei die Blasmusiker von ihren Noten auf. Mit hochgekrempelten Hemdsärmeln ging der Minister an seine Aufgabe heran. So schnell diese Aktion auch begonnen hatte, endete sein Auftreten wenige Takte später wieder. Spitzenkandidat Wilhelm Molterer nahm von nun an ein Bad in der Menge. | mehr...
Der Landwirtschaftsminister lenkt den Steyr-Traktor und dirigiert die Musikkapelle, die Innenministerin tritt im Dirndl auf, der Vizekanzler und Finanzminister schüttelt den Bauern und einem Geistlichen die Hände. Am Wiener Heldenplatz wird das Erntedankfest gefeiert, damit zahlreiche Stadtbewohner die Produkte vom Land und die ländliche Arbeit kennenlernen können. Während Forstarbeiter ihre Motorsägen bedienen, Mutter und Tochter das Kuhmelken lernen und kleine Kinder von Strohballen hüpfen, nutzen die ÖVP-Spitzenpolitiker die Möglichkeit, die Werbetrommel für ihre Partei zu rühren. Wahlkampfhelfer knipsen währenddessen Sofortbilder vom Händeschütteln mit Wilhelm Molterer - selbstverständlich zum Signieren und Mitnachhausenehmen. | mehr...
Das Liberale Forum nutzte das sommerlichheiße September-Wochenende für eine kleine Tour durch die Wiener Innenstadt. Es sind nur mehr drei Wochen bis zur Nationalratswahl in Österreich. Der gelben Partei, die sich in den 1990er Jahren von der FPÖ abgespalten hat, werden gute Chancen für einen Einzug ins Parlament eingeräumt. Jetzt müssen potentielle WählerInnen überzeugt werden, auch von der Spitzenkandidatin Heide Schmidt persönlich. Auf meine Frage, ob ich ein Foto von ihr machen dürfe, stellte mir Schmidt die Gegenfrage: "Mit oder ohne Sonnenbrille?" | mehr...
Auf die Frage, welche drei Dinge er auf eine einsame Insel mitnehmen würde, antwortete der SPÖ-Spitzenkandidat Werner Faymann auf seiner Kampagnen-Website: "Meine Familie, Bücher und verschiedene Bauanleitungen." Zumindest am zweiten Tag des von der SPÖ Wien veranstalteten Donauinselfests, das wegen der Fußball-EM in den September verlegt wurde, ist er abwesend. Oder auch nicht, denn die Zahl der Wahlplakate mit Werner Faymann auf dieser Veranstaltung scheint außerordentlich groß: "Jede Stimme zählt. Auch wenn sie heiser ist." Andere Parteien sind auf diesem roten Eiland nicht zu finden. | mehr...
Lage checken, bewerten, aufblicken, Überblick verschaffen, weitersuchen. Lage checken, bewerten, aufblicken, Überblick verschaffen, weitersuchen. Es sind nicht einmal fünf Sekunden vergangen. So sieht der Tag eines Eichhörnchens im September aus. Einfach nur stressig. Ab und zu wird zwar etwas eingegraben, doch die meiste Zeit werden Gegenden erkundet und Urteile gefällt. Pausen gibt es keine, schließlich geht es ja ums eigene Überleben. Schaulustige werden ignoriert - ein Wunder, dass sich diese nicht auch um Wintervorräte kümmern. | mehr...