Sehr leise und langsam ging es am 2. Dezember 2008 los. Die neue österreichische Bundesregierung rund um Bundeskanzler Werner Faymann schritt gemächlich nach Tradition vom Bundeskanzleramt über den Ballhausplatz in die Hofburg, ließ sich dort vom Präsidenten angeloben und spazierte wieder zurück. Kurzer Fototermin mit Gruppenfoto, kurze Medienschau am grünen Regierungstisch und aus. Unspektakulärer könnte eine Angelobung gar nicht sein. Keine Demonstranten (bis auf eine ältere Frau mit Plakat), keine Buh-Rufe, keine großräumigen Polizeiabsperrungen. Nichts. Ja sogar die Müllabfuhr durfte zwei Minuten, nachdem die Regierung in der Hofburg war, Altlasten aus dem Bundeskanzleramt entsorgen. Ganz Österreich bekommt eine neue Regierung und das interessiert im Vergleich zur Bevölkerungszahl der Alpenrepublik keine einzige Menschenseele. Rot und Schwarz sind wieder am Steuer. Pianissimo Adagio – so begann der zweite Akt einer Großen Koalition.
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