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Linz09 als Zaungast
1. Januar 2009

Natürlich ist es meist so, dass man innerhalb eines Epizentrums mehr vom Geschehen mitbekommt als außerhalb. Wer aber das Neue Jahr nicht mit einem einseitigen Hörverlust und in Sekt getränkte Jacken beginnen will, bleibt auf Distanz. Vom neugestalteten Ufer Linz-Urfahrs aus verfolgte ich also den Jahreswechsel auf 2009, dem Kulturhauptstadt-Jahr Linz09.

Viel versprochen

Monatelang wurde besonders in Oberösterreich darüber berichtet, dass ein großer Chor aufspielen werde, das umgebaute Ars Electronica Center in allen Farben erleuchten wird und es ein Mega-Feuerwerk geben soll. Was nun wirklich Tratsch und harte Faktenlage war, stellte sich in diesen Minuten bei eisigen -4 Grad Celsius heraus. Zahlreiche Menschen versammelten sich am Donauufer und blickten in Richtung der aufgebauten Anlagen. Der Dom läutete traditionell das Neue Jahr ein.

Bescheidenes 2009

Nachdem erste Gläser klirrten und Küsse schmatzten, drehten sich die Menschen wieder Richtung Linz. Private Leuchtraketen und dergleichen brachten in der Zwischenzeit eine Stimmung wie ein Neujahrsfest auf einer einsamen Almhütte. Große Feuerwerke blieben kurz nach Mitternacht aus. Hat da etwas nicht geklappt? Haben wir das öffentliche Feuerwerk der Stadt Linz nicht gesehen? Kein Bumm, kein Bäng. Auch das Ars Electronica Center blieb in blauem Licht ganz cool. Nur der sagenumwobene Chor war zu hören, der zwischen Krisensymphonie und einer düsteren Smeagol-Szene des Herr-der-Ringe-Soundtracks pendelte.

Ende vor dem Ende

15 Minuten und vereinzelte Feuerwerksfontänen später verließen die ersten Schaulustigen bzw. -unlustigen den Ort. Sie sahen das Schlussfeuerwerk am Ende der nächsten Viertelstunde nicht mehr. Die Besucher gingen vor Ende der Vorstellung nach Hause, wie schade für Linz09.


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