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Der illustrierte Tod
5. Mai 2009

Im rumänischen Dorf Sapinta läuft ein dreijähriges Mädchen unbeobachtet auf die Straße und wird von einem vorbeifahrenden Auto erfasst. Das Mädchen stirbt. Eine tragische Geschichte, vor allem für die Angehörigen, die sich einige Tage später am örtlichen Friedhof rund um ihr Grab versammeln. Dem Mädchen wird eine Grabtafel geschnitzt und bunt verziert. Unterhalb der eingravierten Jahreszahlen findet sich ein Gedicht über ihr viel zu kurzes Leben. Niemand scheint sich an die Szene erinnern zu wollen, als das Mädchen starb, doch das ist in diesem Dorf anders. Ein rotes Auto ist auf der Schnitzerei zu sehen – und das Mädchen, wie es zu Boden fällt.

Am “Heiteren Friedhof” werden seit den 1930er Jahren die Szenen des Todes oder Bilder aus dem Leben der Toten gezeigt. Hier finden sich Darstellungen von Bauern mit ihren Pferden, von traurigen Witwen, von arbeitenden Menschen und erschossenen Männern. Keine blassen Namensbeschriftungen und unauffällige Sterbedaten sondern erzählende und lebendige Bilder, die keiner Sprache bedürfen. Der Tod und das Leben – unvergesslich illustriert.


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