Große Pläne hatte Ceaucescu immer wieder für sein Land. Einen davon konnte er in der rumänischen Stadt Hunedoara, zu Deutsch Eisenmarkt, verwirklichen. In kurzer Zeit stieg eine riesige Industriestadt empor, spezialisiert auf Eisenproduktion. Die dafür notwendigen Arbeiter, mehr als 30.000 Personen, und ihre Familien wurden plangemäß großteils nach Hunedoara übersiedelt und in unzähligen Plattenbauten einquartiert. Das Eisenhüttenwerk war der einzige Arbeitgeber in der Stadt und bis Anfang der 1990er Jahre das größte seiner Klasse in ganz Rumänien.

Nach der Wende ging es mit der Stadt bergab, das Werk wurde privatisiert, großteils stillgelegt und beschäftigt nur noch etwa 500 Arbeiter. Rostige Ruinen und alte Schornsteine zeugen noch immer von der Größe dieses Werks. Da sich die Stadt das Abtragen der Objekte nicht mehr leisten kann, blieben sie bis heute stehen. Viele haben die Stadt mittlerweile verlassen und die, die geblieben sind, haben mit einer hohen Arbeitslosenquote zu kämpfen. Die Stadt scheint keine Attraktionen für Touristen zu haben, doch nicht unweit vom Zentrum entfernt befindet sich ein Schloss, das bei Dracula-Touren besichtigt und für Filmdrehs verwendet wird. Aber verweilen will hier niemand, obwohl die Stadtverwaltung neben dem Schloss auch noch das örtliche Drei-Sterne-Hotel auf ihrer Website abgebildet hat.

Der Bürgermeister von Hunedoara ist, so verlangt es auch seine Position, stolz auf seine Stadt. Im Internet berichtet er äußerst zufrieden davon, dass sich im Vorjahr 27.000 Bewohner an den Bürgermeisterwahlen beteiligt hatten. Marius Ovidiu Hada hat viele Aufgaben und Herausforderungen vor sich. Eine historische “Chance” müsse genutzt werden, ein neuer Kurs für diese Stadt, ein Kurs weg von der “Isolation”. Ein großer Plan, der sich hoffentlich verwirklichen lässt.
Thumbnails / Galerie / Slideshow in Vollbildmodus
Teilen: Link, Twitter, Facebook, Google+, mailen
Schreibe einen Kommentar!