Wo lässt es sich in Linz besser frühstücken? Jenseits oder diesseits der Donau? Cafe Lentos oder Cafe Cubus im Ars Electronica Center? Zwei aufeinander folgende Wochentage im Juli des Kulturhauptstadtjahrs 2009 boten dabei beste Testbedingungen.
Beim Preis beginnt der erste Unterschied
An beiden Tagen gab es vormittags herrlichen Sonnenschein, an beiden Tagen traf ich gegen 10 Uhr bei den Kaffeehäusern ein. Gemeinsamkeiten lassen sich dabei schnell finden – beide Cafes sind Bestandteil von Ausstellungshäusern an der Donau, die nächtens gerne beleuchtet werden (und sich von außen grob gesehen nur noch durch Form und Leuchtfrequenz unterscheiden). Beide haben ihre Konkurrenz stets im Blickfeld – vom AEC sieht man ohne Probleme aufs Lentos und umgekehrt. Doch unter Konkurrenzdruck scheinen beide nicht zu leiden. Das billigste Frühstück ist in seiner Zusammensetzung ident – es nennt sich Wiener Frühstück, besteht aus einem Kaffee, einem Semmerl, einem Croissant, einem Packerl Butter, einer Plastikschale Nutella, einem Plastikbecher Honig und einer Plastikdose Marmelade. Ja sogar auf ähnlichen, langförmigen Tellern wird es serviert – offenbar ist dies gerade Mode in Cafes, die auch mit ihrer dunklen Inneneinrichtung modern wirken wollen. Und das Aufnehmen der Bestellung mit elektronischen Eingabegeräten (mit Live-Verbindung in die Küche) ist bei beiden Cafes Standard. Unterschiede beginnen doch schon im Preis – das Lentos will 3,50 Euro dafür, das Cubus 4,10 Euro, beim Lentos kann man sich den Kaffee aussuchen, beim Cubus wird nur die binäre Frage gestellt, ob Kaffee ja oder nein.
Lentos Cafe – Unter freiem Himmel
Besuchen wir doch zunächst das Lentos auf der ehemaligen amerikanischen Besatzungszone, wenn man so will. Das Lentos Cafe ist vom Hauptplatz Linz schnell und bequem zu erreichen. Eine kleine Fußgängerbrücke und einen Zebrastreifen später ist man schon da. Die Terrasse ist geöffnet, der Zugang ist direkt möglich, reichlich Platz gibt es am Vormittag auch. Vom Tisch aus blickt man auf die Donau, und doch auch wieder auf die zahlreichen Touristenbusse, die sich eine Ebene weiter unten um Parkplätze streiten. Die Bedienung ist innerhalb von 5 Minuten da, das Frühstück ebenso, auch die Bezahlung geht schnell. Bei all diesen drei Schritten kommt jedoch immer eine andere Bedienung an den Tisch – immer Frauen.

Gegen 10.30 Uhr begibt sich auch ein Mann mit Bohrmaschine auf die Terrasse und öffnet damit eine Viertelstunde die Sonnenschirme mit unerträglichem Baustellenlärm. Das Frühstück ist mittlerweile konsumiert, und ein Reserviert-Schild wird mir auf den Tisch gestellt. Nicht nur mir, sondern fast die gesamte Terrasse wird ab 11.30 Uhr reserviert – ein längeres Sitzen ist nicht erwünscht. Die Gäste sind ein Mix aus individuell reisenden Linz-Touristen und mittagspausenbedürftigen Angestellten der Bürohäuser in der Umgebung.
Cubus Cafe - Im Glaskasten
Auf der ehemals russischen Besatzungsseite steht das neu eröffnete Ars Electronica Center mit seinem Cubus Cafe. Nach einem langen Überqueren der Nibelungenbrücke steht man, wenn man die richtige Seite der Brücke genommen hat, vor einem geschlossenen Glashaus. Von außen lässt sich hier nicht erkennen, dass es darin ein Cafe gibt. Der Lift im Eingangsbereich ist nur dann zu finden, wenn man auch danach sucht. Im dritten Stock angekommen geht es in Schlangenlinien zum Platz im Innenraum – die Terrasse ist an diesem Sonnentag nicht geöffnet, heißt es. Erstaunlicherweise ist es gar nicht mal so heiß hinter diesen Glasplatten, wenn die Sonne direkt darauf eintrifft.

Man hält es lange aus bzw. muss man auch, denn der Bedienung (auch hier nur Frauen) gelingt es, 20 Minuten an mir vorbeizugehen. „Darf es noch etwas sein?“, ist die erste Frage an mich. Das Frühstück braucht dann auch gesalzene 15 Minuten, bis es zu mir findet, obwohl das Lokal sehr übersichtlich aussieht. Das Publikum besteht aus ein paar Linz-Touristen und hauptsächlich aus Schülern, die während oder nach der Besichtigung der Ausstellung einen auf Unabhängigkeit machen und sich mit Schinkencroissants und Cola bedienen lassen. Der Blick von hier oben Richtung Linzer Innenstadt und auf die Donau ist schön, vor allem auch schön ruhig. Scheinbar ist es hier dann doch möglich, so lange zu sitzen, wie man gerne möchte.
Fazit – G’hupft wie g’hatscht
Fazit? Beide Cafes sind werktags einen Frühstücksbesuch wert, wobei beide auch kleine aber feine Unterschiede vorweisen. Eilende gehen ins Lentos Cafe, Verweilende ins Cubus Cafe. Bei Sonnenschein empfiehlt sich das Lentos, bei Regen das Cubus. Sparsame nehmen das Lentos, nicht viel mehr geben Besucher aber im Cubus aus. G’hupft wie g’hatscht, würden Oberösterreicher jetzt sagen.
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Ein Kommentar zu “Frühstück in Linz – Lentos oder Cubus?”
Da wäre Alternative 3 dann wohl das genau richtige gewesen: Cafe Meier am Pfarrplatz. Unschlagbar in Sachen Frühstücken.
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