Vor einigen Jahrzehnten wurden die Stadtteile in Vancouver rund um den False Creek, den aus pazifischen Meereswasser bestehenden “falschen Bach”, noch gerne versteckt. Dort, wo die aus dem Osten einlaufende kanadische Eisenbahn ihre Endstation hatte, dampften schwere Industrieanlagen und Fabriken. Beauftragte Stadtplaner wünschten sich Autobahnverbindungen in die Stadt an der Grenze zu den USA – ein ebenso trostloses Vorhaben, das in den 1970er Jahren eine Bürgerinitiative ins Leben rief. Warum soll False Creek eigentlich kein Erholungs- und Wohnraum werden? Ein Plan für ein gemischtes Hafenviertel war schnell am Tisch. Grün sollte es am südlichen Ufer werden, kleine Märkte und Wohnungen sollten entstehen. Warum nicht auch ein Jachthafen dazu? Diese Vorschläge stießen auf offene Ohren und verwandelten das Gebiet nahe Downtown in ein Paradies für kleine Jachten, Kajaks, Boote und Fähren, für Radfahrer und Skater, für Bewohner und Touristen. An der nördlichen Seite entstanden im Zuge der Expo 1986 dicht besiedelte und attraktive Wohngebiete mit Hochhäusern. Und auch das olympische Dorf soll im Jahr 2010 am False Creek die Olympia-TeilnehmerInnen beherbergen. Kein Grund mehr, etwas zu verstecken. Nur in den hinteren Reihen tritt noch stromkabelverhangenes Gewerbegebiet hervor.
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